
TRIX-Indikator und Handelsstrategien
Professionelles Trading • 5 Min
Die Dow-Theorie ist eine Trading-Theorie, die von Charles Dow, dem Gründer des “Wall Street Journals” und der Dow Jones & Company, formuliert wurde. Die Arbeiten von Charles Dow gelten als Grundlage der technischen Analyse an den internationalen Finanzmärkten. Die sogenannte Dow-Theorie versucht nämlich, Schwankungen auf dem Markt mit früheren Kursbewegungen in Beziehung zu setzen, um dadurch potenzielle zukünftige Kursbewegungen zuverlässig vorhersagen zu können.
Charles Dow vermutete zudem auch, dass der Aktienmarkt eine genaue Beurteilung der Grundlagen in einer Volkswirtschaft liefern könnte. Er erstellte daher zwei Indizes, die er als genaues Abbild der Gesamtwirtschaft betrachtete: den Dow Jones Industrial Average Index und den Dow Jones Rail Index (Transportation Index). Diese Indizes repräsentierten sehr wichtige Wirtschaftssektoren, die in der damaligen Zeit vielleicht noch bedeutender waren, als heute.
Für unsere Dow Theorie Erklärung möchten wir uns zunächst die Überlegungen von Charles Dow genauer ansehen. Hier sind deshalb die sechs Grundprinzipien, welchen die Dow-Theorie zugrunde liegt, kurz erklärt:
Die Dow-Theorie folgt der Philosophie der effizienten Markthypothese. Diese besagt, dass der Kurs einer Aktie zu einem bestimmten Zeitpunkt alle verfügbaren Informationen, ob bekannt oder unbekannt, von allen Marktteilnehmern widerspiegelt. Die Informationen reichen von spezifischen Unternehmensnachrichten wie Gewinnmeldungen und Veränderungen im Management bis hin zu makroökonomischen Faktoren (wie der Geldpolitik und der Weltwirtschaft). Ferner sind demnach auch zukünftige Ereignisse, wie Wirtschaftsnachrichten, ebenfalls in den aktuellen Kurs bereits eingerechnet. Dies ist auch die Philosophie der technischen Analyse. Diese Annahme widerspricht jedoch den Prinzipien der Fundamentalanalyse und der Verhaltensökonomie.
Die Dow-Theorie beharrt darauf, dass es drei Arten von Trends gäbe, welche anhand ihrer Dauer voneinander zu unterscheiden sind. Die drei Arten von Markttrends sind demnach: primäre Trends, sekundäre Trends und geringfügige kleine Trends. Primärtrends sind also die Haupttrends, die ein Jahr oder länger andauern. Primäre Trends können “bullish” (positiv), “bearish” (negativ) oder “range” (stabil) sein. Zu den Sekundärtrends werden im Allgemeinen Pullbacks und Gegentrends von Primärtrends ausgemacht; sie bewegen sich also in die entgegengesetzte Richtung der Primärtrends. Sekundäre Trends dauern in der Regel zwischen drei Wochen bis zu maximal drei Monaten an. Schließlich gibt es kleinere Trends, die weniger lange als drei Wochen anhalten. Kleinere Trends gelten als überschätzt und werden deshalb von den meisten langfristig orientierten Anlegern im fast durchgängig ignoriert, obwohl sie einige großartige Gelegenheiten für aggressive, kurzfristig orientierte Trader bieten können.
Die Dow-Theorie besagt auch, dass ein primärer Trend normalerweise in drei Phasen abläuft. Dabei handelt es sich um drei sich selbst wiederholende Phasen, die durch den Finanzfluss des „Wissens“ respektive durch das „intelligente Geld“ der Anleger diktiert werden. In einem Bullenmarkt sind die Phasen die Akkumulationsphase, die Phase der öffentlichen Beteiligung (Big-Move-Phase) und die Exzessionsphase. In einem Bärenmarkt sind die Phasen die Verteilungsphase, die öffentliche Beteiligungsphase und die Panikphase.
Die Protagonisten des Marktes sind nach dieser Theorie immer in erster Linie die „informierten“ Investoren. In einem Bullenmarkt werden die versierten Anleger demnach die ersten sein, die in Erwartung einer signifikanten Aufwärtsbewegung akkumulieren; und sie werden danach wiederum die ersten sein, die ihre Bestände nach der großen Bewegung in Erwartung eines Bärenmarktes anderweitig verteilen. Bei beiden Extremen gibt es laut der Theorie aber auch uninformierte Anleger, die sogenannten „Schafe“, die zu einem teuren Preis einkaufen und danach aber unten in Panik geraten und zum schlechtest möglichen Zeitpunkt verkaufen.
Charles Dow schlug vor, dass sich die beiden von ihm definierten Haupt-Indizes gegenseitig bestätigen müssen, damit ein Trend als gültig angesehen wird. Es ist also erst ein klarer Bullenmarkt, wenn sowohl der Dow Jones Average als auch der Transportindex höhere Höchststände erreichen. Es ist im Gegenzug aber auch erst dann ein klarer Bärenmarkt, wenn beide Indizes niedrigere Tiefs bilden. Sollten sich aber die beiden Indizes in unterschiedliche Richtungen bewegen, gibt es keinen klaren Markttrend. Wenn beispielsweise der Industrieindex nach oben tendiert, der Transportindex jedoch nach unten driftet, ist der bullische Ausbruch bei den Industriewerten schwach oder ein falsches Signal. Im Laufe der Jahre haben Anleger diesen Grundsatz auch auf andere wichtige Indizes wie den S&P 500 und den Nasdaq 100 angewendet.
Es ist das Volumen, das Trends qualifiziert. Das Volumen sollte in Richtung eines Trends steigen, um eine weitere Bestätigung dafür zu liefern, dass der vorherrschende Trend gültig ist. Es sollte große Bedenken geben, wenn sich die Preise in eine bestimmte Richtung entwickeln, jedoch bei geringem Volumen. Das Volumen stellt die Anzahl der stattfindenden Transaktionen oder den Betrag der Transaktionen dar. Es ist intelligentes Geld, das riesige Geldsummen kontrolliert, und es ist ihre Kapitalallokation, die manchmal Trends vorantreiben kann.
Dow postulierte, dass Trends so lange anhalten, bis ein klares Zeichen dafür eintritt, dass eine Trendwende eingetreten ist. Wichtig zu beachten ist dabei, dass es durchaus möglich ist, Sekundärtrends mit Umkehrungen zu verwechseln, weshalb Dow immer zur Vorsicht bei der Umsetzung verschiedener Trendhandelsstrategien plädierte. Trends können länger andauern, als man es sich vorstellen kann. Diese Annahme könnte die Grundlage für das beliebte Börsen-Sprichwort: „Der Trend ist dein Freund, bis er endet” sein.
Die Dow-Theorie empfiehlt eine Trendfolgestrategie, bei der man die Trends der Kursbewegungen mitverfolgen soll. Daher ist es wichtig, die wichtigsten Punkte auf einem Kurschart zu identifizieren, um in einen neuen Trend ausmachen zu können. Die Idee dahinter ist, dass man mit dem Trend mitfahren sollte, und durch die Analyse den besten Ausstiegszeitpunkt vorzeitig erkennt, damit man aus einem Investment wieder aussteigen kann, sobald sich eine Trendwende abzeichnen lässt.
Die folgenden Faktoren sind entsprechend der Dow-Theorie gültige Kauf-Signale :
Hier sind Faktoren, die ein gültiges Verkaufssignal entsprechend der Dow-Theorie ausmachen :
Die Dow-Theorie ist die Grundlage der technischen Analyse, und ihre Prinzipien sind auch heute noch ausgesprochen gültig. Die Theorie kann zudem in verschiedenen Anlageklassen angewendet und in verschiedene weitere Handelsstrategien integriert werden.
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