Treynor-Ratio

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Treynor-Ratio

Die Treynor-Ratio (auch als Treynor-Quotient bekannt) ist eine Performance-Kennzahl, welche die Rendite eines Portfolios unter Berücksichtigung der eingegangenen Risiken misst. Der Treynor-Quotient, der auch als Ertrags-Volatilitäts-Verhältnis (Reward-to-Volatility Ratio) bezeichnet wird, dient dazu, die Attraktivität verschiedener Portfolios auf einer risikobereinigten Basis zu vergleichen. Benannt wurde die Kennzahl nach Jack Treynor, einem US-amerikanischen Ökonomen, der maßgeblich an der Entwicklung des Capital Asset Pricing Model (CAPM) beteiligt war.

Berechnung der Treynor-Ratio – Die Formel

Die Treynor-Ratio wird mit der folgenden Formel berechnet:

$$Treynor-Quotient = \frac{R_p – R_f}{\beta_p}$$

Gemäß dieser Formel berechnet die Treynor-Ratio die Performance eines Portfolios pro Risikoeinheit. Die Portfoliorendite ($R_p$) ist dabei unkompliziert: Es handelt sich um die prozentuale Rendite eines Portfolios über einen bestimmten Zeitraum.

Der risikofreie Zinssatz ($R_f$) basiert auf der Rendite, die erzielt worden wäre, wenn die Mittel in risikofreie Anlagen, wie zum Beispiel Schatzanweisungen (T-Bills), investiert worden wären.

Das Beta ($\beta_p$) ist die Sensitivität eines Portfolios gegenüber den Bewegungen einer relevanten Benchmark, wie dem S&P 500. Wenn sich der Benchmark-Index beispielsweise um 1 % bewegt, das Portfolio aber eine Rendite von 2 % erzielt, beträgt das Beta 2.

Im Allgemeinen haben volatile Vermögenswerte ein höheres Beta, da sie dazu neigen, Richtungsbewegungen zu überdehnen und somit risikoreicher sind. Die Treynor-Ratio zeigt somit die Überrenditen auf, die Anleger für das zusätzlich übernommene Risiko erhalten haben.

Wie wird die Treynor-Ratio verwendet?

Die Treynor-Ratio ist nützlich, um die Eignung einer Investitionsmöglichkeit zu bewerten. Wenn ein Portfolio beispielsweise eine Rendite von 10 % erzielt und der risikofreie Zinssatz bei 4 % liegt, beträgt die Überrendite 6 % (10 % minus 4 %).

Hat das Portfolio ein historisches Beta von 2, beträgt der Treynor-Quotient 3 (6 % geteilt durch 2). Dies impliziert, dass das Portfolio drei Renditeeinheiten für jede zusätzliche Risikoeinheit generiert hat, die am Markt übernommen wurde. Daher bedeutet eine höhere Treynor-Ratio, dass Sie für das Eingehen von Risiken besser entschädigt werden als bei einer niedrigen Ratio.

Als Analyseinstrument hilft die Treynor-Ratio dabei, verschiedene Möglichkeiten zu vergleichen, indem das Volatilitätsrisiko jeder Anlage eliminiert wird. Eine Anlage kann zwar höhere Rohrenditen liefern als eine andere, aber ihre Treynor-Ratio kann niedriger sein, wenn sie ein hohes Beta aufweist. Da manche Portfolios kurzfristig besser abschneiden als langfristig, hilft die Treynor-Ratio dabei, eine objektive Wahl zu treffen, indem dieses Volatilitätsrisiko herausgefiltert wird.

Beim Backtesting hilft die Kennzahl dabei, die besten Gelegenheiten zu identifizieren, die Sie für das Eingehen von mehr Risiko belohnen. Sie kann jedoch auch beim Forward-Testing eingesetzt werden, um die Auswirkungen eines Portfolio-Rebalancings zu bewerten. Wenn Sie beispielsweise eine Anlageklasse hinzufügen, welche die Treynor-Ratio senkt, bedeutet dies, dass Sie zusätzliche Risiken eingegangen sind, ohne dafür potenzielle nennenswerte Erträge zu erwarten.

Trotz ihrer Vorteile hat die Treynor-Ratio auch Grenzen. Zunächst einmal wird sie mit historischen Daten berechnet, was sie zu einer rückwärtsgewandten Performance-Metrik macht. Märkte sind dynamisch, weshalb historische Renditen und Betas die künftige Wertentwicklung nicht immer präzise vorhersagen können.

Zudem quantifiziert die Treynor-Ratio das Risiko nicht absolut; sie ist lediglich ein Ranking-Tool. Beim Vergleich zweier ähnlicher Anlagen gilt diejenige mit der höheren Treynor-Ratio als die bessere Gelegenheit. Dennoch lässt sich nicht genau sagen, um wie viel besser sie im Vergleich zur Alternative tatsächlich ist.

Darüber hinaus ist die Treynor-Ratio primär ideal für die Bewertung von Anlagen innerhalb eines breiteren Portfolios. Beim Vergleich verschiedener Portfolios mit ähnlichen systemischen Risiken, aber unterschiedlichen Gesamtrisiken, kann die Kennzahl trotz inhärent unterschiedlicher Risikoprofile die gleiche Bewertung liefern.

Treynor-Ratio vs. Sharpe-Ratio

Die Treynor-Ratio wird oft mit der Sharpe-Ratio verglichen. Beide Kennzahlen vergleichen risikobereinigte Renditen von Anlageportfolios, aber der Unterschied liegt in der Berechnung. Der Treynor-Quotient dividiert die Überrendite durch das Beta des Portfolios, während die Sharpe-Ratio die Überrendite durch die Standardabweichung des Portfolios dividiert.

Somit hilft die Treynor-Ratio dabei, die erwartete Überrendite pro Marktrisikoeinheit zu beurteilen. Im Gegensatz dazu hilft die Sharpe-Ratio den Anlegern, die Rendite eines Portfolios im Verhältnis zu seinem eigenen Gesamtrisiko (Volatilität) zu vergleichen.

Schlusswort

Der Treynor-Quotient ist ein hervorragendes Maß für den Vergleich der Performance eines Portfolios pro Risikoeinheit. Anleger sollten sich jedoch der Einschränkungen bewusst sein (insbesondere der Rückwärtsgewandtheit), wenn sie ihn als Performance-Metrik verwenden. Die Kennzahl sollte nicht als isoliertes Analyseinstrument genutzt, sondern für effektive Ergebnisse mit anderen Werkzeugen kombiniert werden.

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FAQ

  • Was ist die Treynor-Ratio?

    Die Treynor-Ratio ist eine Performance-Metrik, welche die Rendite eines Portfolios pro Risikoeinheit (Beta) misst.

  • Was ist eine gute Treynor-Ratio?

    Generell gilt beim Vergleich zweier ähnlicher Anlagen diejenige mit der höheren Treynor-Ratio als geeigneter. Es gibt jedoch keinen festen Wert dafür, was eine „gute“ Treynor-Ratio definiert.

** Haftungsausschluss – Obwohl die oben genannten Inhalte sorgfältig recherchiert wurden, dienen sie lediglich der Information und Ausbildung. Keiner der bereitgestellten Inhalte stellt eine Form von Anlageberatung dar.