Der Devisenmarkt

Als globaler Finanzmarkt mit dem höchsten Handelsvolumen zieht der Devisenmarkt Millionen von Privatanlegern an, die sich in das tosende Meer des internationalen Währungshandels, auf Englisch Foreign Exchange Market oder Forex genannt, stürzen. Die Möglichkeit, hohe Gewinne zu erwirtschaften und dabei analytische Fähigkeiten im Bereich der Chartanalyse sowie der Weltpolitik und -wirtschaft zu nutzen, macht die hohe Anziehungskraft des Devisenmarkts aus. Der Devisenhandel funktioniert jedoch nicht wie andere Märkte, wie zum Beispiel der Aktien- oder der Rohstoffmarkt. Er unterliegt eigenen Regeln.

Die wichtigsten Akteure des Devisenmarkts

Der Devisenmarkt unterscheidet sich von anderen Finanzmärkten vor allem dadurch, dass es eine Hierarchie der Marktteilnehmer gibt, die entsprechend andere Preise für ihre Transaktionen zahlen. Auf der obersten Stufe der Akteure stehen die größten kommerziellen Banken und Investmentbanken. Die drei größten waren 2015 die amerikanische Citibank, die Deutsche Bank und die Barclays Investment Bank aus Großbritannien. Diese Banken zahlen den geringsten Spread für ihre Transaktionen, da sie sehr hohe Volumina handeln.

Weitere sehr große Akteure sind natürlich die Zentralbanken der großen Volkswirtschaften, die oft enorme Mengen an Währungen halten, um ihre eigene Währung zu stabilisieren. Die Zentralbanken greifen auf verschiedenen Wegen in den Devisenhandel ein, um ihre Ziele zu erreichen. Dabei geht es ihnen nicht um Profite, sondern um politische Vorgaben ihrer Regierungen. Die Bank of Japan zum Beispiel versucht, ihren Yen niedrig zu halten, da dadurch Exporte japanischer Unternehmen günstiger werden. Die Bank of Japan wird also einschreiten, wenn der Yen zu hoch steigt, indem sie ihre Reserven des Yen verkauft und dadurch dessen Preis senkt.

Große Unternhemen, die Angestellte und Materialien in verschiedenen Währungen bezahlen müssen, lagern auch große Mengen an Devisen. Unternehmen, die zum Beispiel hohe Energiekosten haben, die zumeist im US-Dollar angegeben werden, sehen sich steigenden Kosten gegenüber, wenn der USD steigt. Um diesen Effekt zu entschärfen, handeln auch solche internationalen Firmen auf dem Währungsmarkt.

Hedgefonds und kleinere Investmentbanken stehen auf der nächsten Stufe der Hierarchie im Devisenmarkt. Diese Akteure konzentrieren sich auf den Handel von Währungen, um Gewinne zu erzielen und sie kontrollieren Milliardensummen, die sie im internationalen Devisenhandel investieren.

Weiter unten kommen die Broker für Privatanleger wie AvaTrade. Sie treten als Vermittler zwischen Kleinanlegern und dem Forexmarkt auf und sind eine relativ neue, doch immer häufiger werdende Erscheinung, die dem „kleinen Mann“ die Möglichkeit gibt, an den internationalen Finanzmärkten zu agieren.

Auf der untersten Stufe stehen Unternehmen, die Geld wechseln oder zwischen Ländern verschicken. Diese Akteure spekulieren nicht auf Gewinne und meistens wird physisches Geld in ihren Transaktionen verwendet.

Nützliche Theorien für den Devisenhandel

Um den Devisenmarkt besser zu verstehen, gibt es zwei Theorien in der Ökonomie, die helfen, zu erklären, wie Wechselkurse entstehen und was sie beeinflusst.

Kaufkraftparitäten-Theorie

Bei dieser Theorie wird die Kaufkraft von Währungen miteinander verglichen. Man vergleicht also, was in einem Land gekauft werden kann und ermittelt so den Wechselkurs. Wenn der Euro beispielsweise 1,1200 US-Dollar wert ist, aber man für einen Euro weniger des gleichen Produkts kaufen kann als für einen Dollar, dann müsste der Devisenmarkt für ein neues Gleichgewicht sorgen. Das wird dadurch geschehen, dass der Dollar im Vergleich zum Euro steigt, und zwar so lange, bis die Kaufkraft beider Währungen gleich ist.

Das ist jedoch nur theoretisch der Fall, denn lokale Bedingungen, Transportkosten und weitere Faktoren werden bei dieser Theorie nicht einkalkuliert. Trotzdem ist die Kauftkraftparitäten-Theorie oder auf Englisch Purchasing Power Parity (PPP) nützlich, da der Effekt der Kaufkraft einen Einfluss auf den Währungsmarkt hat und einer der Faktoren ist, der die Devisenkurse beeinflusst.

Zinsparitäten-Theorie

Diese Theorie geht davon aus, dass Anleger ihr Kapital dort investieren, wo sie die höchste Rendite erwarten. Der einfachste Weg, eine Rendite zu erzielen, ist, es verzinsen zu lassen und dabei spielt der Zinssatz einer Volkswirtschaft eine bedeutende Rolle. Wer sein Geld bei einer Bank in Europa verzinsen lässt, kann mit einer Rendite von 0% rechnen, während sie in Australien zum Beispiel 2% beträgt.

Um Geld in einer australischen Bank anzulegen, müsste man jedoch zuerst den Euro in den australischen Dollar umtauschen und je mehr Geld aus dem Euroraum abgezogen wird, desto weiter fällt der Wert des Euro. Anhand der Zinsparitäten-Theorie wird der Euro so lange fallen, bis die Renditeerwartung dieser Währung mit denen anderer Währungen übereinstimmt, da Investoren ihr Kapital immer wieder in die profitabelste Währung umschichten.

Devisenhandel für den Privatanleger

Ein Privatanleger sollte über die wichtigen Akteure des Devisenmarkts und die wichtigen Theorien Bescheid wissen und er sollte die betreffendenden Kennzahlen verfolgen. Wenn große Investmentbanken über ihre Geschäfte berichten oder wenn sich Zinssätze in wichtigen Volkswirtschaften ändern, beeinflusst das bestimmte Währungspaare.

Beim populärsten Währungspaar, dem EUR/USD, wird jede Pressekonferenz der amerikanischen Fed mit Spannung erwartet und verfolgt, denn die Fed bestimmt den Zinssatz in den USA und wer die Zinsparitäten-Theorie kennt, weiß nun auch, warum Währungshändler vor jedem Treffen der Fed oder der EZB so nervös werden.

Weitere Informationen über den Devisenmarkt gibt es auf der Schulung-Seite von AvaTrade. Wenn Sie sich dann mit der Theorie des Devisenhandels auskennen, können Sie ein Demo-Konto eröffnen und prüfen, ob Ihr Wissen auch zu Profiten führt und wenn das der Fall ist, sollten Sie nicht die nächste Zinsänderung abwarten, sondern sofort ein Live-Konto eröffnen, um Ihr Können in echte Gewinne zu verwandeln.